Update Wasserversorgung für den Klimagarten

Die kommenden Tage versprechen hochsommerliches Wetter – für Freizeitaktivitäten sicher angenehm, aber die Pflanzen- und Tierwelt des Klimagartens leidet unter den trockenen Bedingungen. Damit die Pflanzen wachsen und ausgebrachtes Saatgut keimen kann, wird Regen dringend benötigt. Jedoch bleibt der aktuell aus. Insgesamt spitzt sich das Problem der Wasserknappheit zu, denn regelmäßige und vor allem andauernde Regenschauer sind bereits längerfristig ausstehend.
Um unabhängiger von natürlicher Bewässerung durch Niederschläge zu sein, suchen wir nach Lösungen der künstlichen Bewässerung. Laut Informationen der Stadtwerke Halle (Saale) – Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft ist ein Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz nicht in realistisch erreichbarer Entfernung zu erschließen. Hoher Kosten- und Bauaufwand wären nötig. Um andere Alternativen auszuloten fand am 15.06.2022 ein Vor-Ort-Gespräch zweier Studenten mit Frau Müller statt. Frau Müller ist Projektmanagerin des Technologiepark Weinberg Campus und pflegt beste Kontakte zu allen beteiligten Akteuren sowie den Verantwortlichen der Haustechnik. Sie eröffnete eine theoretische Option der Wiedernutzbarmachung einer Zisterne eines benachbarten Grundstücks. Aktuell finden dort auf dem Gelände Bauarbeiten statt. Der Planungshorizont veranschlagt noch rund zwei Jahre Bauzeit, in deren Rahmen ein Anschluss des Klimagartens an die Zisterne erörtert werden kann. Konkrete Umsetzungspläne liegen noch nicht vor, da zuerst die technische Machbarkeit des Vorhabens und weitere Faktoren wie etwa Fassungsvermögen der Zisterne und genauer Verlauf der bisherigen Versorgungsleitungen geprüft werden müssen.
Dennoch eröffnete das Gespräch eine mögliche Option zur Versorgung des Klimagartens mit dem dringend benötigten und kostbaren Gut.
Wir möchten uns bei Frau Müller für die gute Zusammenarbeit bedanken und blicken hoffnungsvoll auf eine mittelfristige Umsetzung!

Abschließend noch ein paar Impressionen aus dem Klimagarten:

Optimierung Insektenhotel

Biodiversität ist ein prägender Begriff im Kontext des Klimawandels und im urbanen Raum von besonderer Bedeutung. Zunehmende Flächenversiegelung und die Umgestaltung der Gartenflächen in möglichst “aufgeräumte” Areale lassen Insekten immer weniger Lebensraum. Bereits 2021 wurde deshalb ein Insektenhotel mit dem Ziel der Schaffung von Nistplätzen gebaut. Gerade in den Holzelementen waren bisher zu wenige Öffnungen, weshalb wir am 24.05.2022 erneut Hand am Insektenhotel angelegt haben. Neue Bohrungen in verschiedenen Durchmessern und Tiefen sollen künftig noch mehr Insekten einen sicheren Ort bieten. Erste neue Gäste konnten bereits während der Arbeiten beobachtet werden.

 

Aussaat von bienenfreundlichen Pflanzen

Am 10.05.2022 wurde bereits früh morgens gearbeitet. Noch vor Vorlesungsbeginn brachten wir bienenfreundliches Saatgut aus, harkten die Flächen und begutachteten den Fortschritt der baulichen Maßnahmen. Neue Wege und ein Sandbeet mit geschützten Steinnischen – etwa für Wildbienen – sind fertiggestellt. Im Anschluss ging es im Seminar um die Vertiefung der Forschung rund um die didaktische Aufbereitung und der Bewässerung im Klimagarten. Besonders der stark ausgetrocknete Boden stellt noch immer ein Problem dar, nicht nur für den Klimagarten.

 

 

 

2022 – neue Ideen und Projekte für den Klimagarten

Nachdem 2021 ganz im Zeichen der Lebensräume von Insekten u.a. mit der Errichtung eines neuen Insektenhotels stand, folgt 2022 eine Fortführung des Klimagartens unter den Schwerpunkten Wasser in der Stadt und Didaktische Aufbereitung durch Studierende der MLU Halle-Wittenberg. Hierzu fanden sich am 19.04.2022 vier Studenten im Biologicum der MLU zusammen und hielten erste Ideen für die kommenden Monate fest. Gemeinsam mit dem Dozenten Prof. em. Dr. Martin Lindner werden künftig Lars Jäger, Heiko Abt, Maximilian Pieper und Marc Witthauer Projekte zu obigen Schwerpunkten planen und hieraus Forschungsansätze entwickeln. Gerade durch fortwährend trockene Jahre und hieraus resultierenden Problemen, steht die Bewässerung des Klimagartens besonders im Fokus, stellt doch Wasser in der Stadt eine der relevantesten Herausforderungen für urbane Lebensräume dar. Damit der Klimagarten auch der Bevölkerung und vor allem Schülerinnen und Schülern bekannter wird, sich gemeinsame Aktionen starten lassen und die Aufmerksamkeit für die Anliegen des Klimagartens gesteigert werden kann, spielen neben Fragen zum Bewässerungsmanagement auch die Möglichkeiten einer optimierten didaktischen Aufbereitung im Jahr 2022 eine zentrale Rolle.

Wir werden Sie und euch über unsere Projekte fortlaufend informieren – auf ein Neues im Jahr 2022!

 

Projektgruppe 2022

Aufbau eines Insektenhotels

Das Insektenhotel

In der Natur gibt es viele verschiedene Plätze, an welche sich Insekten zurückziehen können, um ihre Eier abzulegen oder zu überwintern. Diese Möglichkeiten fehlen aber oft in Städten oder künstlich angelegten Gärten, da Totholz und abgestorbene Pflanzen dort meist entfernt werden. Das hier aufgestellte Insektenhotel soll diesem Problem entgegenwirken und verschiedenen Insekten, wie z.B. Wildbienen- und Wespenarten, die vor allem als Einzelgänger leben, einen Unterschlupf bieten. Hierfür wurden beim Bau des Hotels verschiedene Materialen verwendet, um möglichst vielen Tieren einen ansprechenden Platz zur Verfügung zu stellen. Entscheiden sich Insekten für den Einzug, so ist dies an neuen Gängen und verschlossenen Löchern zu erkennen, in denen sie ihre Eier abgelegt haben oder überwintern.
Die Blühwiese, in der das Hotel steht, dient ihnen dabei als reichhaltiges Buffet.
Für den Bau eines Insektenhotels nutzt man am besten unbehandeltes Holz. Die verschiedenen Bereiche können dann mit unterschiedlichen Materialien, wie z.B. Ziegeln, Ästen, Schilf oder Bambus gefüllt werden. Im Internet findet man viele verschiedene Anleitungen und Tipps zum Bau von Insektenhotels, wie z.B. auf der Seite des NABU: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html

Anlieferung & Abladen des Rahmens für das Hotel, das außerhalb von Halle gebaut wurde.